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Selen

Lupe mit Wort Selen im Fokus

Noch heute ist oft der Respekt vor der Toxizität von Selen grösser als die Beachtung dessen wichtiger Funktionen in unserem Stoffwechsel. Selen ist wichtig für die Funktionen des Immunsystems und des Schilddrüsenhormon-Metabolismus.

Inhalt

Gut zu wissen über Selen

  • Der Tagesbedarf an Selen liegt bei 60-70 µg (mit Ausnahme von schwangeren und stillenden Frauen)
  • Die Böden in der Schweiz sind eher selenarm, weshalb die Selenkonzentration in den hier angebauten Lebensmitteln nicht hoch ist
  • Mitteleuropäische Länder, Skandinavien, China und Neuseeland gelten als „Selenmangelländer“

Die Funktionen des Spurenelements im Körper

Antioxidative Wirkung 
Selen ist ein integraler Bestandteil von vielen Selenoproteinen, die mehrheitlich an der Behebung der Folgen von oxidativem Stress beteiligt sind.
Das bekannteste Selenoprotein ist sicher die Glutathionperoxidase. Dieses Enzym dient als Zellschutzfaktor gegen aggressive aktivierte Sauerstoffformen, welche durch äussere Einflüsse (wie z. B. Umweltgifte, Strahlungen, Rauchen), aber auch normalerweise im Stoffwechsel selbst gebildet werden. 
Es gilt zu beachten, dass Statine unter anderem auch die Bildung von Selenoproteinen hemmen.

Immunsystem 
Selen scheint die Antikörperproduktion, insbesondere Immunglobulin G, anzuregen. Zudem stimuliert Selen auch die Aktivität der natürlichen Killerzellen, welche für unser Abwehrsystem von grosser Bedeutung sind. Allerdings kann sich bei übermässigen Dosierungen diese Wirkung auch umkehren.

Schilddrüsenhormon-Metabolismus 
Die Funktion des Enzyms Typ-I-Jodthyronin-5-Dejodase ist von Selen abhängig. Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle bei der Umwandlung und Aktivierung der Schilddrüsenhormone. Ein Selenmangel kann daher zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Anwendungsgebiete von Selen

  • Fertilitätsstörungen
    Selensupplemente können die Spermienmenge und Spermienqualität verbessern.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Herzinfarktpatienten haben im Vergleich zu gesunden Personen einen niedrigeren Selenspiegel, sowohl im Plasma als auch in den roten Blutkörperchen. Eine Selenzufuhr bei Herzinfarktpatienten bewirkte eine signifikante Reduktion von Zweitinfarkten und herzinfarktbedingten Todesfällen.
  • Immunsystem
    Ein ausgeglichener Selenhaushalt ist für ein gut funktionierendes Immunsystem unerlässlich. Bei Selenmangel ist die Antikörper- und Lymphozytenbildung reduziert und die Infektanfälligkeit erhöht.
  • Neurodermitis
    Dosierungen von 7.5 µg und 15 µg Selen pro kg Körpergewicht pro Tag (während jeweils 6 Wochen) bewirkten eine deutliche Besserung bei Kindern mit Neurodermitis.
  • Rauchen
    Raucher sind schlechter mit Selen versorgt als Nichtraucher. Zigarettenrauch fördert das Zusammenklumpen der Blutplättchen und somit das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Je höher der Verklumpungsgrad, desto niedriger war der Versorgungsstatus mit Selen.
  • Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Basedow, Hashimoto
    Selenmangel kann den Schilddrüsenstoffwechsel beeinträchtigen. Selen (200 µg pro Tag) kann bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis)  eingesetzt werden. Bei Menschen mit einer milden endokrinen Orbitopathie (= „Glotzaugen“ infolge Mitbeteiligung des  Augengewebes bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen) kann eine Selensupplementierung die Lebensqualität verbessern, den Verlauf dieser Augenerkrankung verlangsamen und deren Komplikationen reduzieren.
  • Schwermetallentgiftung
    Bei chronischen Schwermetallbelastungen (z. B. Quecksilber, Blei, Arsen usw.) können Selensupplemente deren Ausscheidung beschleunigen.
  • Wochenbettdepression
    Eine Nahrungsergänzung mit Selen während der Schwangerschaft kann eine Wochenbettdepression verhindern oder vermindern.

Welche Folgen hat ein Selenmangel?

  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Herzvergrösserung und Herzinsuffizienz
  • Schwächung des Immunsystems
  • Fertilitätsstörungen bei Männern
  • Fertilitätsstörungen bei Frauen (gestörte Bildung und Sekretion des luteinisierenden und des follikelstimulierenden Hormons)
  • Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes
  • Augenerkrankungen
  • Muskelschwäche
  • Veränderungen der Haarstruktur
  • Aufhellung von Haut und Haaren

Kann Selen überdosiert werden?

Ja, definitiv. Studien zeigten, dass bei einer Langzeitdosierung von mehr als 750 µg pro Tag eine Verlängerung der Blutgerinnungszeit sowie eine vermehrte Bildung weisser Blutkörperchen eintreten. Symptome für eine chronische Selenüberbelastung können Störungen der Haar- und Nagelstruktur, Hautrötungen und Hautschwellungen, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme sowie ein knoblauchartiger Atem sein.

Als sicher und nebenwirkungsfrei gelten Langzeitdosierungen von bis zu 300 µg pro Tag sowie Einmalgaben von max. 3.5 mg Selen.

Selen in Lebensmitteln (pro 100 g)

Hering 140 µg
Sardine 85 µg
Weizenvollkornbrot 55 µg
Rindfleisch 35 µg
Schweinefleisch 31 µg
Dorsch, Lachs 25 µg