Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren.

Folsäure

Lupe mit Fokus auf Folsäure auf orangem Hintergrund

Folate (wie sie in der Nahrung vorkommen) beziehungsweise Folsäure (synthetische Verbindung, wie sie in Supplementen vorkommt)  sind wichtig für die Teilung und die Funktion von Zellen. Deshalb ist insbesondere in der Frühschwangerschaft der Bedarf erhöht. Ein Mangel kann zu einer Fehlentwicklung des Säuglings führen. Mangelsymptome sind eine Blutarmut sowie kognitive Funktionsstörungen.

Inhalt

Gut zu wissen über Folsäure

  • Die empfohlene Zufuhr liegt bei 300 µg pro Tag, bei Schwangeren bei 400-600 µg pro Tag
  • Der Folatspeicher in der Leber reicht bei ungenügender Zufuhr nur für drei bis vier Wochen
  • Folsäure und Folat stammen vom lateinischen Wort "Folium" (Blatt) ab
  • Eine Supplementierung bereits vor der Schwangerschaft ist äusserst wichtig zur Prävention von Neuronalrohrdefekten (offener Rücken)

Funktionen von Folsäure im Körper

  • Entwicklung des Fötus
    Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Fötus. Sie ist beteiligt bei der Formung des Zentralnervensystems (Hirn und Rückenmark).
  • Zellteilung
    Die Folsäure ist wichtig für die Teilung und Funktion von Zellen. Sie ist Bestandteil einiger Coenzyme. Coenzyme aktivieren den eigentlichen Biokatalysator (= Enzym), wodurch eine Stoffwechselreaktion ablaufen kann.  Insbesondere ist die Folsäure an Umwandlungen beteiligt, welche wichtig sind für die Produktion der DNA und folglich für das Zellwachstum. Besonders Zellen, welche schnell zerfallen und sich erneuern (z. B. Darm-, Lungen-, Blutzellen), sind auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure angewiesen.

    Weiter ist Folsäure beteiligt an der Umwandlung gewisser Aminosäuren und an der Bildung von Botenstoffen (Neurotransmitter) im Gehirn.

Wann wird Folsäure eingesetzt?

  • Blutarmut (Anämie)
    Folsäuremangel ist eine häufige Ursache für Blutarmut, besonders in der Schwangerschaft. Durch eine Supplementierung kann den negativen Folgen entgegengewirkt werden.
  • Schwangerschaft
    Der Bedarf an Folsäure ist in der Schwangerschaft fast doppelt so hoch und kann kaum allein über die Ernährung zugeführt werden. Daher sollte bereits vor der Schwangerschaft supplementiert werden. Dosierung: 400-600 µg pro Tag ab 4 Wochen vor der Schwangerschaft bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Erfahren Sie mehr zum Thema "Nährstoffe in der Schwangerschaft" in diesem Blogartikel
  • Gicht
    Bei Gicht kann Folsäure unter ärztlicher Kontrolle hochdosiert eingesetzt werden. Folsäure hemmt die Harnsäurebildung.
    Dosierung: 5-15 mg pro Tag
  • Depressionen
    Folsäure kann zusätzlich zur Antidepressiva-Therapie eingesetzt werden und den Behandlungserfolg verbessern, zumal Patienten mit Depressionen oft niedrige Folsäurespiegel haben. Weitere Informationen zu Folsäure und Depressionen finden Sie in den Therapieempfehlungen

Folsäure-Mangel: Symptome erkennen

  • Blutarmut in Verbindung mit Ermüdung, Kurzatmigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Erhöhter Homocysteingehalt im Blut → Risikofaktor für Herzkrankheiten
  • Schwächung des Immunsystems, Infektanfälligkeit
  • Blutungen
  • Entzündungen im Mundbereich, Verdauungssystem
  • Beim Fötus: gestörte Entwicklung, offener Rücken

Bioverfügbarkeit von Folsäure im Körper

In Lebensmitteln liegt die Folsäure als Folat vor. Chemisch gesehen unterscheiden sich die beiden Formen in der Anzahl sogenannter Glutamatereste an der Grundstruktur. Die Folsäure, wie sie in Supplementen enthalten ist, ist ein Monoglutamat - das heisst, sie enthält nur ein Glutamat. Folate hingegen liegen als Polyglutamate vor und können bis zu 8 Glutamatreste enthalten. Diese werden im Dünndarm abgespaltet, da der Körper nur Monoglutamate aufnehmen kann. Deshalb wird Folsäure aus Supplementen zu fast 100 % aufgenommen. Die Aufnahmefähigkeit von Folaten aus Lebensmitteln ist nur etwa halb so gross.

Wurden die Glutamate im Darm abgeschnitten, wird die Folsäure in die Darmzellen aufgenommen. Dort wird sie in 5-Methyl-Tetrahydrofolat (5-Methyl-THF) umgewandelt und anschliessend über das Blut in die Leber transportiert. Da die Umwandlung in den Darmzellen für den Körper keine grosse Herausforderung darstellt, bringt die Einnahme von bereits aktivierter Folsäure (5-Methyl-THF) kaum Vorteile. Zudem ist diese Form instabiler und schlechter erforscht als die herkömmliche Folsäure.

Folat ist sehr hitzeempfindlich, daher ist es sinnvoll, beim Zubereiten der Lebensmittel schonende Verfahren zu wählen. Bis zu 50 % des Folatgehaltes kann beim Kochen verloren gehen.

Folsäure vor und während der Schwangerschaft ist Pflicht

In der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf erhöht. Eine ausreichende Zufuhr an Folsäure ist besonders wichtig aufgrund deren bedeutender Rolle bei der Zellteilung und beim Aufbau des zentralen Nervensystems des Säuglings. Sinnvoll scheint die Einnahme eines Multivitaminpräparates mit Folsäure, da dies bessere Präventionseffekte zeigt. Im Übrigen ist die Supplementierung bereits vor der Schwangerschaft mit 400-600 µg pro Tag wichtig.

Die 5 wichtigsten Lebensmittelquellen für Folsäure (pro 100 g)

Rote Bohnen 250 µg
Erdnüsse 240 µg
Sonnenblumenkerne 230 µg
Linsen 150 µg
Spargel 120 µg