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Infektionen der oberen Atemwege

Familie draussen im Herbst beim Spazieren

Inhalt

Die HNO-Infekte werden meistens durch Viren verursacht, aber auch Bakterien spielen eine gewichtige Rolle.

Bei akutem Halsweh sind bei 95 % der Kinder < 5 Jahren, bei 70 % der Kinder im Alter zwischen 5 und 16 Jahren und bei 85–95 % der Erwachsenen Viren schuld. Zu den viralen Erkrankungen der oberen Atemwege zählen Erkältungen, Grippe und auch Covid-19. Diese Krankheiten erhöhen das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Infektion. Bei 5–15 % der Erwachsenen mit akuten Halsschmerzen und bei 15–30 % der Kinder – also bei jedem 3. bis 4. Kind im Alter zwischen 3 und 15 Jahren mit akuten Halsschmerzen – liegt hingegen eine Streptokokken-Angina (Mandelentzündung) vor, eine bakterielle Infektion der Rachenmandeln. Auch die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) kann sowohl durch Bakterien als auch durch Viren hervorgerufen werden.

Kinder sind häufiger von Infektionen betroffen

HNO-Infektionen betreffen Menschen aller Altersklassen. Kinder sind allerdings im Vergleich zu Erwachsenen häufiger von viralen, aber auch bakteriellen Infektionen der oberen Atemwege betroffen: So haben Kinder etwa 6- bis 8-mal pro Jahr eine Erkältung, während Erwachsene nur 2- bis 4-mal im Jahr betroffen sind. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass das Immunsystem des Kindes erst trainiert werden muss und noch keine Immunität gegen zahlreiche virale Erreger besteht. Ausserdem sind Kinder auch nicht gut darin, «Abstands- und Hygieneregeln» einzuhalten.

Die Mutter ist mit ihrem kranken Kind im Bett und hilft ihm, die Nase zu putzen

Behandlung & Prophylaxe

Meistens kommt eine symptomatische Therapie zum Einsatz, wie z. B. abschwellende Nasensprays und Schmerzmittel. Impfungen gibt es u. a. gegen Grippe, Covid-19 sowie verschiedene Atemwegserkrankungen wie Keuchhusten und Lungenentzündungen durch Pneumokokken.
Um Antibiotikaresistenzen zu vermeiden, werden Antibiotika nur eingesetzt, wenn eine nachgewiesene bakterielle Infektion (z. B. Streptokokken-Angina) vorliegt und es innerhalb von 3 Tagen zu einer Symptomverschlechterung oder Nichtbesserung kommt.

Gut zu wissen

Infektionen sind wir nicht hilflos ausgeliefert. Wir können zum Beispiel durch eine gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitamin D und C, aber auch mit Zink und Selen unser Immunsystem so modulieren, dass es besser mit eindringenden Viren und Bakterien umgehen kann. In den letzten Jahren hat man aber auch erkannt, wie wichtig das orale Mikrobiom (Gesamtheit der im Mund angesiedelten Bakterienflora) bei der Bekämpfung von bakteriellen, aber auch viralen HNO-Infektionen ist. Ein ganz besonderer probiotischer Stamm ist Streptococcus salivarius K12.

Frau die ihren Hals hält

Was ist Streptococcus (S.) salivarius K12

Vor mehr als 20 Jahren entdeckte Professor Tagg, ein Mikrobiologe aus Neuseeland, dass Kinder, die Bacteriocin-produzierende Streptococcus (S.) salivarius-Bakterien in ihrer Mundflora aufwiesen, seltener von einer Streptokokken-Mandelentzündung betroffen waren als Kinder, die diese speziellen S. salivarius-Stämme nicht hatten. Bacteriocine sind Substanzen, die von Bakterienstämmen abgesondert werden, um das Wachstum von ähnlichen Bakterienstämmen zu hemmen. Der besonders wirksame Stamm S. salivarius K12 wurde schliesslich aus der Mundflora eines gesunden Kindes isoliert. Mittlerweile konnte in zahlreichen Studien gezeigt werden, dass die Besiedlung der Mundhöhle mit S. salivarius K12 vor Streptokokken-Anginen und Mittelohrentzündungen schützt. Der Bakterienstamm ist aber nicht nur bei Kindern wirksam, sondern auch bei Erwachsenen, die ein erhöhtes Risiko für eine Streptokokken-Angina aufweisen.

Darüber hinaus hilft S. salivarius K12, bei Kindern und Erwachsenen eine intakte Mund- und Rachenschleimhaut zu erhalten, indem Entzündungsprozesse herunterreguliert werden. Die immunmodulierende Wirkung dieses Stammes führt auch zu einem Schutz vor viralen Infektionen der Rachenschleimhaut (siehe Abbildung). So zeigte eine Studie mit 124 Teilnehmern, dass die 3-monatige Verabreichung von S. salivarius K12 in Form einer Lutschtablette nach dem Zähneputzen am Abend das Auftreten von viralen Halsentzündungen, Schnupfen und Grippe um 69 bis 95 % im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierte.

Fazit

Durch Verabreichung von S. salivarius K12 werden die Mundflora verändert, die Mundschleimhaut im Mund und Rachen geschützt und das Immunsystem moduliert. So erhalten wir – Erwachsene und Kinder – einen sehr deutlichen Schutz vor einer Vielzahl von HNO-Erkrankungen.

Kreisförmige Grafik zur Ilustration wie Streptococcus salivarius wirkt
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