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Die stille Entzündung im Körper

Steichhoelzerreihe mit einem angezündetem Streichholz

Inhalt

Stille Entzündung – Entstehung und Symptome

Entzündungen sind eine Reaktion des Immunsystems, um Krankheitserreger und andere Stoffe, die dem Organismus Schaden zufügen, zu eliminieren. Eine stille Entzündung läuft unterschwellig und symptomfrei ab. Im Gegensatz zur akuten Entzündung treten keine klassischen Entzündungsreaktionen wie Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz oder funktionelle Einschränkung auf2. Bei einer stillen Entzündung besteht eine dauerhafte Entzündung im Körper, die durch das C-reaktive Protein (CRP) als Entzündungsmarker im Blut nachgewiesen werden kann.

Fresszellen (Makrophagen) sind Bestandteile des zellulären Immunsystems. In ihrem Inneren bilden sie Eiweisskomplexe, sogenannte Inflammasome, aus. Ist ein Inflammasom geformt, kann es Entzündungsreaktionen auslösen. Von zentraler Bedeutung ist das NLRP3-Inflammasom. Es führt über zwei unabhängige Signalketten zur Entzündungsreaktion. Beide aktivieren die Produktion von CRP in der Leber durch verschiedene Botenstoffe4.

Die stille Entzündung ist zunächst für den Betroffenen unauffällig – daher auch der Name „stille Entzündung“ –, kann jedoch langfristig die Entstehung verschiedener Zivilisationskrankheiten begünstigen.

Hochsensitives CRP – der Marker der stillen Entzündung

Mit der Messung des Entzündungsmarkers CRP können im Labor Entzündungsreaktionen festgestellt werden. Um stille Entzündungen nachzuweisen, müssen empfindliche Messmethoden verwendet werden, die Konzentrationen von < 5 mg/L nachweisen können. Werden solche Messmethoden verwendet, wird vom hochsensitiven CRP, dem hsCRP, gesprochen. Als Indikator für eine stille Entzündung gelten Werte von 1 bis 10 mg/L. Werte in diesem Bereich galten vor der Entdeckung der stillen Entzündung als unproblematisch und wurden häufig als gesund interpretiert. Ein Wert von > 10 mg/L zeigt eine akute Entzündung an.

Ein Bild einer sitzenden Person mit einem Doppelbauchq

Stille Entzündung verursacht durch das Fettgewebe

Körperfett ist nicht bloss ein Energiespeicher, sondern lageabhängig auch hormonell aktiv. Entscheidend ist nicht die absolute Fettmenge im Körper, sondern ob diese träge oder dynamisch ist. Im Fettgewebe befinden sich Fresszellen (Makrophagen) und in ihrem Inneren das NLRP3-Inflammasom. Die Anzahl der Fresszellen ist proportional zum Fettgewebe. Je mehr Fettgewebe, desto mehr Makrophagen. In bewegtem Fettgewebe bilden Inflammasome wünschenswerte entzündungshemmende Stoffe. Träges Fettgewebe produziert entzündungsfördernde Stoffe, die die stille Entzündung befeuern. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, die körperliche Aktivität zu steigern und Fettgewebe abzubauen.

Mediterrane Diät als Entzündungshemmer

Mediterranes vollwärtiges Essen mit Olivenöl, Pasta und Tomaten

Die Ernährung nimmt den grössten Einfluss auf die Darmflora. Die beste Evidenz im Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen gibt es zur mediterranen Diät. Die mediterrane Diät fokussiert auf einen hohen Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreideprodukten und Hülsenfrüchten. Diese sind reich an Nahrungsfasern und Antioxidantien und können so entzündungshemmend wirken. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Milch und Milchprodukte sowie Fisch werden in gemässigtem Mass, rotes Fleisch wird in geringem Mass empfohlen. Zusätzlich werden ein relativ hoher Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl und ein mässiger Konsum von Wein empfohlen. Neben den Ernährungsempfehlungen werden Aspekte zur täglichen körperlichen Aktivität beschrieben.

Körperliche Aktivität als Entzündungshemmer

Ergänzend zur mediterranen Ernährung ist die körperliche Aktivität ein integraler Bestandteil, um dem Entzündungsgeschehen entgegenzuwirken. Seit 2020 werden die Empfehlungen zur körperlichen Aktivität in Form einer wöchentlichen Empfehlung ausgesprochen. Sie lauten: mindestens 150– 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität oder 75–150 Minuten intensive Bewegung pro Woche. Zusätzlich sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche kräftigende Aktivitäten eingebaut werden.5

Wie kann man stillen Entzündungen entgegenwirken?

  • Bewegung ist wichtig – diese führt zum Abbau von Fett im Fettgewebe
  • Abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung
  • Regelmässiges Zähneputzen für eine gute Mundhygiene
  • Ausreichender Schlaf
  • Verringerung von Stress
  • Vermeiden von regelmässigem Alkoholkonsum
  • Nicht rauchen
  • Stärkung des Immunsystems

Nahrungsergänzungsmittel zur Kontrolle der stillen Entzündung

Viele schaffen es aus verschiedenen Gründen nicht, die Ernährung oder den gesamten Lebensstil umzustellen. Nahrungsergänzungsmittel können dazu beitragen, die Entzündungsmarker zu senken. So können zum Beispiel Vitamin C, D, E, Folsäure, Chrom, Magnesium, Zink, Q10, DHA, EPA, Flavonole, Kurkuma und Knoblauch einen positiven Effekt haben.

  • Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA als Vorstufen von weiteren entzündungshemmenden und -auflösenden Molekülen.
  • Coenzym Q10: Coenzym Q10 kann die Spiegel von diversen Entzündungsmarkern senken. (Hier mehr erfahren zu Q10)
  • Curcumin (Aktivstoff in Kurkumaextrakten): Die antientzündliche Wirkung von Kurkuma zeigt sich auf zellulärer Ebene in der Reduktion entzündungsfördernder und antioxidativer Marker. (Hier mehr erfahren zu Kurkuma)

Fazit

Wer sich nach der mediterranen Diät ernährt und gleichzeitig körperlich aktiv ist, kann die stille Entzündung im Körper positiv beeinflussen. Es ist nie zu spät, die Ernährung zu überdenken und Bewegung in den Alltag zu integrieren. Damit kann das Risiko für Erkrankungen gesenkt werden.

Literatur

1Petersen AM, Pedersen BK. The anti-inflammatory effect of exercise. J Appl Physiol 2005; 98 (04) 1154-1162 doi: 10.1152/japplphysiol.00164.2004
2https://viamedici.thieme.de/lernmodul/682008/subject/biochemie/immunsystem/angeborene+immunantwort/entz%C3%BCndung+inflammation (abgerufen am 05.10.21)
3Yuan, X., Wang, L., Bhat, O. M., Lohner, H., & Li, P. L. (2018). Differential effects of short chain fatty acids on endothelial Nlrp3 inflammasome activation and neointima formation: Antioxidant action of butyrate. Redox biology, 16, 21–31. https://doi.org/10.1016/j.redox.2018.02.007
4 Colombani, P. (2021). deFlameYou! Löschen Sie Ihren Schwelbrand [E-Book]. Books on Demand.
5https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity (abgerufen am 27.10.21)

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