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GLP-1-Rezeptoragonisten und der Nährstoff-Haushalt – ein noch zu wenig beachtetes Problem

Inhalt

Unerwünschte Nebenwirkungen von GLP-1-RA

Mit dem zunehmenden Einsatz der GLP-1-RA zeigen sich nun aber neben diesen therapeutischen Erfolgen auch deren metabolischen Schattenseiten. Die GLP-1-RA verlangsamen die Transitzeit der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt und reduzieren den Appetit. Diese grundsätzlich erwünschten Eigenschaften können jedoch zu einer verminderten Nahrungs- und Kalorienaufnahme und als Folge davon zu Störungen der Makro- und Mikronährstoff-Bilanz führen.
Darüber hinaus beeinträchtigen auch unerwünschte Wirkungen der GLP-1-RA wie Übelkeit und Erbrechen die Nahrungsaufnahme. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind (1):

  • Verlust an fettfreier Körpermasse
  • Sarkopenie (v.a. bei älteren Menschen mit bereits niedriger Muskelmasse)
  • mangelndes Durstgefühl, Dehydrierung
  • Verlust an Elektrolyten
  • Ketose
  • Sehschwäche

GLP-1-RA und der Nährstoff-Haushalt: die möglichen Wechselwirkungen

Eine kürzlich publizierte, kleinere Studie begleitete Probanden (n=69), die GLP-1-RA während mindestens 1 Monat anwendeten (2). Die Teilnehmer mussten einen standardisierten Fragebogen ausfüllen und ihre genaue Nahrungszufuhr über 3 Tage aufzeichnen. Die zugeführten Nährstoffmengen wurden mit den DRI-Referenzwerten (Dietary Reference Intakes) verglichen.

Ergebnisse
Die Probanden wiesen bei verschiedenen Mikronährstoffen eine zu geringe Zufuhr auf:

  • Vitamin A, C, D, E
  • Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen
  • Cholin

Auch in Bezug auf die Makronährstoffverteilung und die Lebensmittelauswahl zeigten sich Ungleichgewichte:

  • zu wenig Proteine (berechnet als g Protein/kg Körpergewicht)
  • zu viel Fett: 40% der Kalorien wurden in Form von Fett zugeführt
  • zu wenig Gemüse, Früchte, Getreide, Milchprodukte
  • zu wenig Nahrungsfasern

Empfehlungen

Um bei der Behandlung von Übergewichtigen mit GLP-1-RA optimale Resultate mit möglichst wenig unerwünschten Nebenerscheinungen zu erzielen, sind zahlreiche Begleitmassnahmen erforderlich. Dazu gehören (1):

  • Modifikationen des Lebensstils wie z.B. Bewegung, Ernährungsgewohnheiten.
  • ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten.
  • ausreichende minimale Kalorien- und Proteinzufuhr (> 1.2 g/kg Körpergewicht), um eine Malnutrition und Muskelmassen-Verluste zu vermeiden.
  • genügend Kohlenhydrate aufnehmen, um Komplikationen durch Ketose vorzubeugen (v.a. bei Diabetikern).
  • breitgefächerte Mikronährstoff-Supplementierung, z.B. mit einem Multivitamin-Präparat oder mit einer personalisierten Mikronährstoff-Mischung (Übergewichtige zeigen schon vor der Einnahme von GLP-1-RA häufig multiple Mikronährstoff-Mängel).

Fazit

Die hier beschriebene Studie ist eine der wenigen, die sich mit der Problematik der Malnutrition und mit Störungen des Mikronährstoff-Haushalts durch GLP-1-RA beschäftigt.

Zu berücksichtigen ist, dass die Ergebnisse nicht auf Statusmessungen von Mikronährstoffen basieren, sondern auf Erhebungen mittels Fragebogen und Ernährungsprotokollen, die erfahrungsgemäss mit methodischen Limitationen und Ungenauigkeiten behaftet sind.

Dennoch verdeutlichen die vorliegenden Daten, dass bei der Verschreibung von GLP-1-RA begleitende Massnahmen unerlässlich sind. Dazu zählen insbesondere eine umfassende Ernährungsberatung, ausreichende körperliche Aktivität zum Erhalt der Muskelmasse sowie eine gezielte Mikronährstoffsupplementierung bei erhöhtem Risiko oder nachgewiesenem Mangel.

Es besteht ein dringender Bedarf nach mehr Forschung auf diesem Gebiet, um unerwünschte ernährungsbedingte Komplikationen unter GLP-1-RA besser zu verstehen und zu vermeiden. (4).

Literatur

(1) Al-Najim W et al. Unintended Consequences of Obesity Pharmacotherapy: A Nutritional Approach to Ensuring Better Patient Outcomes. Nutrients. 2025;17(11):1934. https://www.mdpi.com/2072-6643/17/11/1934.

(2) Johnson B et al. Investigating nutrient intake during use of glucagon-like peptide-1 receptor agonist: A cross-sectional study. Frontiers in Nutrition.2025;12:1566498. https://www.frontiersin.org/journals/nutrition/articles/10.3389/fnut.2025.1566498/full.

(3) Mahase E. GLP-1 agonists: US sees 700% increase over four years in number of patients without diabetes starting treatment. BMJ. 2024;386:q1645. https://www.bmj.com/content/386/bmj.q1645

(4) Fallows E. Malnutrition with use of GLP-1 agonists is an underestimated real world harm. BMJ. 2025;390. https://www.bmj.com/content/390/bmj.r1512.