Eisenversorgung während der Peri- und Postmenopause: Auswirkungen auf die Kognition
Einleitung
Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das für zahlreiche lebenswichtige biologische Prozesse erforderlich ist. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Sauerstoffversorgung des Gehirns, der Produktion von Neurotransmittern und der Erhaltung der neuronalen Gesundheit. Eisenmangel und Eisenmangelanämie können die kognitive Leistung von Erwachsenen erheblich beeinträchtigen. Bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter wurde bereits gezeigt, dass Eisenmangel und -anämie negative Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen und Verhalten haben. Mehrere Studien belegen zudem, dass sich die kognitive Funktion durch die Einnahme von Eisenpräparaten wieder verbessern kann (2).
Kognitive Veränderungen während der Peri- und Postmenopause
Die Perimenopause bezeichnet die letzten Jahre vor und bis zu einem Jahr nach der Menopause. Diese Phase ist durch starke hormonelle und reproduktive Veränderungen, wie unregelmässige Menstruation, gekennzeichnet. Die Zeit nach der Menopause wird als Postmenopause bezeichnet. In der Perimenopause erleben viele Frauen spürbare kognitive Veränderungen, die oft auch in die Postmenopause hineinwirken. Der Rückgang des Östrogenspiegels im Gehirn beeinflusst neuronale Prozesse und kann zu einer Verschlechterung der Kognition führen. Besonders betroffen sind das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das verbale Gedächtnis. Diese Veränderungen werden durch hormonelle Schwankungen, Schlafstörungen, Stress und Schmerzen häufig noch verstärkt. Das kann die Lebensqualität der betroffenen Frauen erheblich beeinträchtigen.
Eisenmangel während der Peri- und Postmenopause
Ungewöhnlich starke Menstruationsblutungen können in der Perimenopause das Risiko für Eisenmangel und -anämie steigern. Einige Frauen zeigen auch in der Postmenopause weiterhin Eisenmangelerscheinungen. Postmenopausale Blutungen und eine reduzierte Eisenabsorption können dabei eine Rolle spielen.
Einfluss von Eisenstatus auf Kognition
In einer kürzlich veröffentlichten Studie von Barnett et al. (1) wurde der Zusammenhang zwischen dem systemischen Eisenstatus und der kognitiven Leistung bei Frauen in den Wechseljahren untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass höhere Eisenwerte mit einer besseren kognitiven Leistung und Gehirnfunktion korrelierten. Frauen mit höheren Serumferritinwerten erzielten in Gedächtnistests, Aufmerksamkeitsaufgaben und bei der Reaktionszeit deutlich bessere Ergebnisse. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer guten Eisenversorgung auch während der Peri- und Postmenopause. Ein Eisenmangel kann in dieser Lebensphase das Risiko für kognitive Beschwerden erhöhen.
Potenzial der Eisensupplementierung
Die Eisensupplementierung könnte eine vielversprechende Strategie sein, um der Abnahme der kognitiven Funktionen in der Peri- und Postmenopause vorzubeugen. Gemäss Choi et al. (2) könnte die Einnahme von Eisenpräparaten eine kostengünstige und einfache Möglichkeit darstellen, um Symptome wie Müdigkeit und kognitive Einschränkungen zu lindern. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse von Barnett et al. (2), dass eine Optimierung des Eisenstatus mit einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit einhergehen kann, ohne Hinweise auf eine erhöhte Eisenakkumulation im Gehirn.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Eisenstatus einen entscheidenden Einfluss auf die kognitive Funktion von Frauen in der Peri- und Postmenopause hat. Eisenmangel ist in dieser Bevölkerungsgruppe weit verbreitet und kann nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das geistige Wohlbefinden beeinträchtigen. Eine gezielte Eisensupplementierung könnte eine vielversprechende Intervention sein, um kognitive Beeinträchtigungen in der Peri- und Postmenopause zu lindern und somit die Lebensqualität der betroffenen Frauen zu verbessern.
Referenzen
(1) Barnett AL, Wenger MJ, Miles P, Wu D, Isingizwe ZR, Benbrook DM, Yuan H. Cognitive Performance in Relation to Systemic and Brain Iron at Perimenopause. Nutrients. 2025 Feb 20;17(5):745.
(2) Choi MS, Seiger ER, Murray-Kolb LE. Cognitive Function in Peri- and Postmenopausal Women: Implications for Considering Iron Supplementation. Nutrients. 2025 May 23;17(11):1762.
