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Pollenallergie: Können Bakterien und Mikronährstoffe die Symptome lindern?

Mann und Frau mit Pusteblume

Inhalt

Symptome einer Pollenallergie

Typische Symptome von durch Pollen ausgelösten Allergien sind:

  • Häufiges Niesen
  • Laufende Nase
  • Gefühl einer verstopften Nase
  • Tränende, gerötete und/oder geschwollene Augen
  • Juckreiz in Augen und Nase

Eine Pollenallergie kann zusätzlich zu Schlafstörungen führen, da Betroffene auch in der Nacht von den Symptomen nicht verschont bleiben. Dies macht sich am nächsten Morgen durch Antriebslosigkeit und verminderter Leitungsfähigkeit bemerkbar.

Was ist eine Allergie?

Wie bei allen allergischen Reaktionen handelt es sich bei der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) um eine Überreaktion des Immunsystems auf einen Fremdstoff (Allergen). Bei Allergikern täuscht sich der Körper und schätzt eine harmlose Fremdsubstanz (z. B. Blütenpollen) als gefährlich ein. Um den „Eindringling“ zu bekämpfen, werden die Abwehrprozesse in Gang gesetzt: 

  1. Unser Immunsystem löst eine unnötige Abwehrreaktion aus, bei der Abwehrmoleküle – Immunglobuline oder Antikörper genannt – gebildet werden, die ein körperfremdes, aber harmloses Molekül (z. B. Pollenbestandteil) ganz gezielt erkennen/binden können. Bei Allergien sind meist sogenannte IgE-Antikörper im Spiel, die auf der Oberfläche von Mastzellen verteilt werden. Dies dauert ca. 1 Woche. 
  1. Erst wenn sich beim erneuten Kontakt Allergene an die mastzellgebundenen IgE-Antikörper binden, wird die allergische Reaktion ausgelöst. Dies passiert sehr schnell: Zuerst setzt die Mastzelle Botenstoffe wie Histamin und Zytokine frei. Das wiederum führt zu einer lokalen Entzündung, welche signalisiert, dass hier ein Eindringling bekämpft werden muss. 
  1. Diese lokale Entzündungsreaktion führt dann zu den typischen Symptomen einer z. B. einer Blütenpollenallergie.
Grafik, welche beschreibt, wie eine Allergie entsteht
Bei Allergikern lösen banale körperfremde Stoffe eine Immunantwort aus. Die erstmalige Reaktion des Immunsystems wird als Sensibilisierung bezeichnet. Zu einer allergischen Reaktion kommt es nach einem erneuten Kontakt.

Was für eine Rolle spielt der Darm dabei?

Bei einer Allergie besteht auch eine direkte Verbindung zum Darm. Dies ist nicht verwunderlich, da sich 60 bis 80 % aller Immunzellen im Darm befinden. Auch die Interaktion des Immunsystems mit Darmbakterien beeinflusst, wie gut der Körper Fremdsubstanzen (Allergene, z. B. Blütenpollen oder Hausstaub) toleriert oder mit allergischen Symptomen darauf reagiert.

Infografik: Faktoren, welche über die Zusammensetzung der Darmflora das Allergierisiko beeinflussen
Die Zusammensetzung der Darmflora (Mikrobiom) beeinflusst das Allergierisikio.

Die klassische Allergietherapie

Viele Allergiker müssen zur Pollenflugzeit täglich Medikamente einnehmen, um die lästigen Symptome zu lindern. Je nach Beschwerden werden Antihistaminika oder Kortisonpräparate (teilweise sogar verschreibungspflichtige) eingenommen oder Augentropfen bzw. Nasensprays eingesetzt. Bei ausgeprägten Symptomen ist auch eine Kombination daraus sinnvoll.

Mittlerweile gibt es auch einige pflanzlichen Alternativen oder homöopathische Arzneimittel. Wussten Sie, dass auch Probiotika sowie Mikronährstoffe die Beschwerden von Heuschnupfen deutlich reduzieren können? In mehreren Studien konnte dies gezeigt werden.

Linderung der Allergiebeschwerden durch Probiotika

Probiotika wirken auf verschiedenen Ebenen im Körper – so auch auf das Immunsystem. Bei der Behandlung von allergischen Beschwerden ist v. a. interessant, dass bestimmte probiotische Stämme die Intensität der Immunantwort beeinflussen und so die Lebensqualität von Allergikern verbessern können – auch bei Kindern sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Ablauf einer Allergie mit und ohne Probiotikum

Ablauf einer Allergie als Grafik

Die Erklärung dieser Abbildung finden Sie hier.

Lactobacillus paracasei LP-33 – besonders wirksam bei Allergien

Wissenschaftliche Studien zeigten, dass besonders der Stamm Lactobacillus paracasei LP-33 wirksam ist.1 Nach vierwöchiger Einnahme zeigte sich eine starke Verbesserung insbesondere der nasalen Beschwerden. Ausserdem konnte sogar eine zusätzliche Symptomreduktion bei allergischer Rhinitis bewirkt werden, wenn die betroffenen Personen bereits ein Medikament (Antihistaminikum) mit dem Wirkstoff Loratadin einnahmen.2

Pollenallergiker sollten idealerweise ca. eine Woche vor der Pollensaison mit der Einnahme eines probiotischen Präparates mit Lactobacillus paracasei LP-33 beginnen.

Literatur:

1 Güvenç IA, Muluk NB, Mutlu FS et al. Do probiotics have a role in the treatment of allergic rhinitis? A comprehensive systematic review and meta-analysis.

2 Costa DJ, Marteau P Amougal M et al. Efficacy and safety of the probiotic Lactobacillus paracasei L-33 in allergic rhinitis: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial (GA2LEN Study). Eur J Clin Nutr 2014;68(5):602–607.

Mikronährstoffe bei allergischer Rhinitis

Mikronährstoffe können ebenfalls helfen, die Symptome einer allergischen Rhinitis zu lindern: 

  • Vitamin C spielt eine wichtige Rolle bei Allergien. Als Antioxidans kann Vitamin C Zellen vor den Auswirkungen der allergischen Reaktion schützen. Vitamin C kann zudem die Abbaugeschwindigkeit von Histamin erhöhen, sodass es weniger lang wirken kann, und reduziert die Histamin-Bildung.Oft wird bei mit Allergieerscheinungen im Zusammenhang stehenden Blutspiegelmessungen ein Vitamin-C-Mangel festgestellt.
  • Kalzium, wenn begleitend verabreicht, kann allergische Reaktionen reduzieren aufgrund des stabilisierenden Effektes auf die Zellmembran. 
  • Zudem können Zink und Vitamin D in hohen Dosierungen das Immunsystem in Bezug auf eine Allergie positiv beeinflussen.

Die Dosierungsempfehlungen für Mikronährstoffe bei einer Allergie finden Sie hier in unseren Therapieempfehlungen.

Prävention & Tipps

So lässt sich der Frühling trotz Allergie geniessen:

  • Während der Pollensaison empfiehlt es sich, jeweils nur kurz zu lüften; bei Regenphasen oder wenn Pollengitter am Fenster angebracht sind, kann länger gelüftet werden 
  • Kleidung, welche tagsüber getragen wurde, nicht im Schlafzimmer aufhängen 
  • Haare vorzugsweise abends vor dem Zubettgehen waschen, damit sie von Pollen befreit werden 
  • Regelmässig Nasenspülungen zur Pflege der Nasenschleimhäute und zur Befreiung der Nase von Pollen durchführen
  • Bettwäsche regelmässig waschen 
  • Bettwäsche und Kleider zum Trocknen nicht im Freien aufhängen 
  • Sonnenbrille nicht nur zum Schutz vor der Sonne, sondern auch vor Pollen tragen 
  • Körperliche Aktivitäten im Freien vorzugsweise frühmorgens, in Höhenlagen oder kurz nach Regenphasen ausüben
  • Spaziergänge entlang frisch gemähter Wiesen meiden
  • Vorbereitung auf die Pollensaison bereits früh beginnen 
  • Ferien bewusster planen, z. B. am Meer oder im Gebirge, da der Pollenflug dort allgemein viel schwächer ist 
  • Benutzen Sie Papiertaschentücher nur einmal
  • Es kann durchaus vorkommen, dass zusammen mit Heuschnupfen eine Kreuzallergie gegenüber anderen Substanzen entwickelt werden kann.
Familie mit 2 Kindern spaziert in einer kniehohen Wiese

Sie sehen also: Heute gibt es durchaus wirkungsvolle natürliche Alternativen für die Behandlung von Heuschnupfen. Es lohnt sich, diese natürlichen Varianten auszuprobieren.