Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren.

Hydroxytyrosol – ein wertvoller Inhaltsstoff aus Oliven für die Herz- und Gefässgesundheit

Foto von 3 grünen Oliven und einem Gläschen Olivenöl sowie Olivenbaumblättern

Inhalt

Mediterrane Ernährung für die Gesundheit von Herz und Blutgefässen

Speziell für die Verbesserung der Gesundheit von Herz und Blutgefässen wird eine mediterrane Diät empfohlen. Welche der Nahrungsmittel aus der Mittelmeerregion für die gesundheitlichen Vorteile verantwortlich sind, wurde und wird ausgiebig untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass die positiven Effekte der mediterranen Diät auf der Kombination von viel Olivenöl (Ölsäure, Hydroxytyrosol), viel Gemüse (generell viele sekundäre Pflanzenstoffe) und Fisch (langkettige Omega-3-Fettsäuren) basieren. Gegessen werden die Oliven (schwarz und grün) sowie deren gepresstes Öl. Auch werden Olivenblätter als Tees verwendet.

Oliven als Quelle von ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen

Wenn man die Oliven presst, so entsteht ein hochwertiges Öl, dessen hoher Gehalt an einfach-ungesättigten Fettsäuren (v. a. Ölsäure) wohl für die meisten gesundheitlichen Vorteile verantwortlich ist, wie z. B. die Verbesserung der Blutcholesterinwerte. Das Olivenöl enthält auch viele phenolische Verbindungen, die mit ihren Eigenschaften als antioxidative, sekundäre Pflanzenstoffe wirken – z. B. das gefässschützende Hydroxytyrosol.

Hydroxytyrosol – ein wichtiges Antioxidans des Olivenbaums

Hydroxytyrosol gilt als das mengenmässig klar wichtigste Antioxidans des Olivenbaums. Es entsteht aus dem bitter schmeckenden Oleuropein, wenn dieses während der Reifung der Früchte (von grün zu schwarz) in Elenolsäure und Hydroxytyrosol zerfällt.

Entstehung von Hydroxytyrosol

Chemische Struktur zur Entstehung von Hydroxytyrosol
Hydroxytyrosol und Elenolsäure entstehen aus Oleuropein

Hochwertige Quellen für Hydroxytyrosol

50 mg Hydroxytyrosol entsprechen rund 50–80 g Oliven, die täglich gegessen werden müssten – je nach Anbaugebiet und Olivenart schwanken die Angaben aber beträchtlich (schwarze Oliven enthalten meist mehr Hydroxytyrosol).1

Nennenswerte Mengen von Hydroxytyrosol finden sich nicht nur in den Früchten, sondern auch in den Blättern. Im Olivenöl selbst ist die Menge geringer, weil die Moleküle vor allem wasserlöslich sind. Entsprechend werden Olivenblätter oder die wässrigen Press-Reste der Olivenfrüchte bei der Öl-Produktion (sozusagen der Trester) als gute Quelle für Extrakte verwendet, die reich an Oleuropein oder Hydroxytyrosol sind.

Wenn Olivenöle reich an Hydroxytyrosol sind – was je nach Anbauregion/Herstellungsmethode der Fall sein kann –, so darf auf dem Produkt die gesundheitsbezogene Angabe «Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen» ausgelobt werden. Dies ist ab 5 mg Hydroxytyrosol pro 20 g Öl erlaubt.

Die Wirkungen von Hydroxytyrosol

Infogramm mit Aufzählungen der Wirkungen von Hydoxytyrosol
Grafik Wirkungen Hydroxytyrosol; adaptiert nach Robles-Almazan M et al.2

Wie viele andere phenolische Verbindungen wird Oleuropein im Darm gespalten und dann gut aufgenommen. Auch die gute Bioverfügbarkeit von Hydroxytyrosol aus der Nahrung bzw. aus Nahrungsergänzungsmitteln ist mehrfach gezeigt worden. In den Darmzellen werden die Moleküle teilweise noch in besser wasserlösliche Formen umgewandelt, damit sie im Körper ihre Wirkung entfalten können. Über die Wirkungen im Körper ist unterdessen doch einiges bekannt.3,4

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Blutfette, Blutgefässe)

Hydroxytyrosol gilt als eines der potentesten Antioxidantien in der Nahrung. Am besten untersucht sind die stark antioxidativen Effekte von Hydroxytyrosol auf die Blutfette (es schützt die LDL-Fettpartikelchen vor Oxidation) und die verbesserte antioxidative Kapazität des Blutplasmas. So kann es einen Beitrag leisten zur Vermeidung der Atherosklerose (Gefässverkalkungen). Zudem verhindert Hydroxytyrosol die Plättchenaggregation, d. h. das Entstehen von Blutgerinnseln.

Studien zeigen Wirkungen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit

Es wurden in Studien auch weitere positive Effekte nachgewiesen, die für die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Vorteil sind:

  • Senkung des Blutdrucks
  • Einfluss auf den Cholesterinhaushalt der Zelle
  • Unterdrückung der Entzündung des Gefässendothels und der entzündungsbedingten Gefässneubildungen
  • Reduktion der Superoxid-Produktion durch die Mitochondrien der Gefässzellen
  • Erhöhte Aktivität der Superoxid-Dismutase (SOD)
  • Reduzierte Expression von Zelladhäsionsmolekülen (spielen eine Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose im Blutgefäss)

Metabolische Störungen (Diabetes, Fettregulation)

In Tierstudien zeigte Hydroxytyrosol eine Rolle bei der Verbesserung der Insulinsensibilität und Verhinderung diabetischer Polyneuropathien. Zudem zeigte es leberprotektive Effekte, vor allem bei einer nicht-alkoholischen Fettleber. So konnten im Tiermodell die Konsequenzen einer besonders fettreichen Ernährung abgeschwächt werden, d. h. es zeigten sich weniger Entzündungen, die für die Entstehung von Insulinresistenz und Leberverfettung mitverantwortlich sind, weniger nitrosativer/oxidativer Stress, verbesserte Glucose-Homöostase und verbesserte Darmbarrierefunktionen.

Zudem bewirkt Hydroxytyrosol in vielen Gewebetypen ähnliche Effekte wie eine Kalorienrestriktion, d. h. ein Hochregulieren der Sirtuine (Anti-Aging-Enzyme des Körpers).

Antimikrobielle und antivirale Effekte

Hydroxytyrosol besitzt in vitro antimikrobielle Eigenschaften gegen häufige Erreger im Magen-Darm-Trakt und in den Atemwegen wie z. B Vibrio parahaemolyticus, Salmonella typhi, Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus und Moraxella catarrhalis. Auch diverse Hautkeime wie Propionibacterium acnes und Streptococcus pyogenes werden durch Hydroxytyrosol gehemmt.

Antitumor-Wirkung

Aufgrund von Studiendaten könnten Hydroxytyrosol und seine Vorläufermoleküle durchaus auch eine ergänzende Rolle in der Krebstherapie spielen, vor allem durch seine Eigenschaft, die Genexpression und die Aktivität verschiedener Signal-Proteine zu modulieren. Ganz aktuell stehen microRNAs im Fokus der Forschung. Hierzu sind jedoch noch weitere Studien notwendig. Die Ergebnisse grosser Kohortenstudien wie EPIC und PREDIMED, die die Effekte einer olivenölreichen Ernährungsweise untersuchten, zeigen jedoch bereits in die richtige Richtung.

Hydroxytyrosol – Fazit

Viele der gesundheitsfördernden Effekte von Oliven basieren vermutlich auf deren hohen Gehalt an Oleuropein und dessen aktivem Stoffwechselprodukt Hydroxytyrosol.
Dessen Hauptwirkung für das Gefässsystem scheint ein Schutz der Blutfette vor der Oxidation zu sein. Als kraftvolles Antioxidans entfaltet es sein Potenzial aber auch bei der Entzündungshemmung im Körper und kann somit – aufgrund der guten Bioverfügbarkeit und der guten Safety-Daten – auch für andere Anwendungen interessant werden.

Literatur

1http://phenol-explorer.eu/contents/polyphenol/674; accessed 21.5.2021

2Robles-Almazan M et al. Hydroxytyrosol: Bioavailability, toxicity, and clinical applications, Food Research International (2018);105:654–667.

3Peyrol J et al. Hydroxytyrosol in the Prevention of the Metabolic Syndrome and Related Disorders. Nutrients. 2017;9(3):306

4Karković Marković A et al. Hydroxytyrosol, Tyrosol and Derivatives and Their Potential Effects on Human Health. Molecules (2019);24(10):2001.

5Lopez-Huertas E et al. Hydroxytyrosol supplementation increases vitamin C levels in vivo. A human volunteer trial. Redox Biol. (2017);11:384–389.

Weitere Artikel

Chrom verbessert die glykämische Kontrolle bei Typ-2-Diabetikern

07.04.2021
Weiterlesen

Grüner Kaffee-Extrakt reduziert Risikofaktoren des metabolischen Syndroms

07.04.2021
Weiterlesen

Spielt Vitamin K2 eine wichtige Rolle zur Vermeidung von Gefässverkalkungen bei Patienten in Statin-Therapie?

31.05.2021
Weiterlesen

Sind Nahrungsergänzungsmittel gut fürs Herz?

18.06.2021
Weiterlesen