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Chrom verbessert die glykämische Kontrolle bei Typ-2-Diabetikern

Chrom in Lupe auf grünem Hintergrund

Inhalt

Meta-Analyse mit 28 randomisierten kontrollierten Studien

Eine neue Metaanalyse und systematische Übersichtsarbeit1 hat untersucht, inwieweit eine Chrom-Supplementierung in der Lage ist, die klassischen Blutzucker-Kontrollparameter bei Typ-2-Diabetes positiv zu beeinflussen.

In dieser Metaanalyse wurden 28 randomisierte kontrollierte Studien, die bis zum Februar 2020 vorlagen, ausgewertet. In diesen Studien wurde der Effekt von Chrom-Präparaten auf die Nüchtern-Glukose, auf den Insulin-Blutspiegel, das HbA1c und die HOMA-IR (Insulinresistenz) untersucht.

Die in den Studien verwendeten Chrom-Dosierungen waren sehr unterschiedlich. Sie lagen zwischen 50-1000 μg Chrom pro Tag. Die Interventionsdauer lag zwischen 4-25 Wochen. Als Chromverbindung kam oft Chrompicolinat zum Einsatz, aber auch Chromhefe, Chromnicotinat und das hinsichtlich der Bioverfügbarkeit nicht als optimal eingeschätzte Chrom-(III)-Chlorid.

Auswertung

Die statistische Auswertung aller Studien ergab im Durchschnitt folgende, signifikante Ergebnisse:

Ergebnisse der Auswertung

Diese Resultate sind wegen der hohen Heterogenität der Dosierungen und der Interventionsdauer für die Praxis von limitierter Bedeutung. Daher ist es besonders interessant, dass die Autoren Subgruppen-Analysen durchgeführt haben.

Subgruppen-Analysen zur Dosierung und Einnahmedauer von Chrom

Die Autoren untersuchten in Subgruppen, ob und wie sich die Höhe der Dosierung und die Zeitdauer der Chrom-Supplementierung auf das glykämische Profil der Patienten auswirken. Dafür wurden zum einen Studien mit Chromgaben von ≤ 200 μg pro Tag und > 200 μg Chrom pro Tag miteinander verglichen. Zum anderen wurde zwischen Studien mit einer Interventionsdauer von mehr oder weniger als 12 Wochen unterschieden.

Subgruppenanalyse Ergebnisse graphisch dargestellt

Erkenntnisse der Autoren: alle untersuchten glykämischen Messparameter wurden signifikant gesenkt.

Die Autoren kamen zum Schluss, dass durch die Chrom-Supplementierung alle untersuchten glykämischen Messparameter (Nüchtern-Glukose, Insulin, HBA1c, HOMA-IR) signifikant gesenkt wurden.

Eine Supplementierungsdauer von ≥ 12 Wochen führte dabei zu einer grösseren Reduktion der Messwerte, ebenso wie eine Dosierung von täglich mindestens 200 μg Chrom. Als Stärke dieser Metaanalyse hoben die Autoren die hohe Qualität der ausgewerteten Studien hervor. Die Aussagekraft der Metaanalyse wird jedoch durch das Fehlen folgender Angaben eingeschränkt:

  • Haben die Patienten in den ausgewerteten Studien parallel zur Chromgabe andere Diabetes-Medikamente eingenommen?
  • Welche Ausgangswerte hatten die Patienten? Man weiss, dass die Ergebnisse einer Intervention bei Diabetikern umso besser ausfallen, je schlechter die Einstellung des Zuckerstoffwechsels ist.

Unser Fazit: Chrom hat einen klinisch relevanten Effekt für Typ-2-Diabetiker

Die Auswertung dieser Metaanalyse zeigt, dass Chrom einen überraschend guten und klinisch relevanten Effekt auf die glykämische Kontrolle von Typ-2-Diabetikern zu haben scheint. Eine Reduktion des HbA1c in diesem Ausmass liegt beispielsweise im Bereich dessen, was man auch von einer Therapie mit Metformin erwarten kann. Bei der Behandlung eines Diabetikers sollte deshalb eine regelmässige begleitende Supplementierung mit Chrom in einer Dosierung von mindestens 200 μg pro Tag während ≥ 12 Wochen in Erwägung gezogen werden.

Literatur

1 Asbaghi O et al. Effects of chromium supplementation on glycemic control in patients with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Pharmacol Res 2020;161:105098.

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